Ratgeber
Wie gewinnst du als Handwerker neue Kunden?
Handwerker gewinnen neue Kunden meist über mehrere Wege zugleich. Empfehlungen und Google-Bewertungen kosten wenig. Sie lassen sich aber kaum auf Abruf steuern. Google-Anzeigen und Portale bringen schneller Anfragen. Dafür zahlst du pro Klick oder Kontakt. Laut Bitkom (2025, 504 Betriebe) haben 94 % der Handwerksbetriebe eine Website. Aber nur 37 % schalten Online-Anzeigen.
Welche Wege gibt es, und was kosten sie?
| Weg | Kosten | Aufwand für dich | Steuerbar? | Beleg |
|---|---|---|---|---|
| Empfehlungen | kaum Geld | gute Arbeit, aktiv nachfragen | kaum | Einschätzung |
| Google-Unternehmensprofil | kostenlos | einmal einrichten, dann Fotos und Angaben pflegen | mittel | Google: ein besseres lokales Ranking kann man nicht kaufen |
| Google-Bewertungen | kostenlos | nach jedem Auftrag fragen, antworten | mittel | Bitkom 2025: 72 % sehen Bewertungen als große Chance |
| Eigene Website | einmalig plus Pflege | Texte, Fotos, aktuell halten | allein kaum | Bitkom 2025: 94 % haben eine |
| Google-Anzeigen | Werbebudget, dazu eventuell Betreuung | Anrufe annehmen, schnell zurückrufen | gut, über das Budget | Act Marketing: Median rund 80 € Werbebudget pro Anfrage (25.08. bis 24.09.2026) |
| Portale wie MyHammer oder CHECK24 | je Kontakt oder Monatspauschale | schnell reagieren, viele Angebote schreiben | mittel | Portale: Anfrage an bis zu 3 oder 5 Betriebe |
| Fahrzeug und Bauschild | einmalig | gering | nein | Einschätzung |
| Kooperationen | vor allem Zeit | Kontakte pflegen | mittel | Einschätzung |
| Social Media | Zeit oder Werbebudget | regelmäßig posten | gering | Bitkom 2025: 56 % sind aktiv |
| KI-Sichtbarkeit (ChatGPT, KI-Übersicht bei Google) | vor allem Zeit | Angaben überall gleich halten, klare Texte | gering | Einschätzung |
Stand 26.09.2026. „Einschätzung“ heißt: Es gibt keine belastbare Zahl, die Bewertung ist unsere Erfahrung. Zahl von Act Marketing: 25.08. bis 24.09.2026. Bitkom Research 2025, 504 Handwerksbetriebe. Portale: Aroundhome höchstens 3, TapTapHome bis zu 5.
Welcher Weg passt zu deinem Betrieb?
Das hängt vor allem von deiner Lage ab. Vier typische Fälle, als Einschätzung:
- Der Kalender ist voll, du willst bessere Aufträge Pflege Profil, Bewertungen und Empfehlungen. Du brauchst nicht mehr Anfragen, sondern passendere. Schreib auf der Website klar, was du machst und was nicht.
- In sechs Wochen droht eine Lücke Google-Anzeigen oder ein Portal. Diese Wege kannst du kurzfristig an- und abschalten. Empfehlungen und Suchmaschinenoptimierung (bessere Plätze in der normalen Google-Suche) wirken dafür zu langsam.
- Du hast gerade gegründet Zuerst das Google-Unternehmensprofil und Bewertungen deiner ersten echten Kunden. Dann Anzeigen mit kleinem Budget, damit überhaupt Anfragen kommen.
- Deine Aufträge sind klein Bei Aufträgen um 200 € frisst jede bezahlte Anfrage viel vom Ertrag. Profil, Bewertungen und Stammkunden sind hier meist wirtschaftlicher als Anzeigen.
Wie bekommst du mehr Empfehlungen?
Empfehlungen sind für viele Betriebe die beste Quelle.
Der Kunde kommt mit Vertrauen und vergleicht seltener nur den Preis. Das Problem: Sie kommen, wenn andere es wollen. Nicht dann, wenn dein Kalender Lücken hat.
Du kannst aber nachhelfen. Sag bei der Abnahme, dass du dich über Weiterempfehlungen freust. Lass zwei Visitenkarten mehr da. Frag Stammkunden nach einem Jahr, ob alles hält. Erwähne dabei, dass du wieder Termine frei hast. Und arbeite mit anderen Gewerken zusammen. Der Fensterbauer braucht einen Maler für die Laibungen. Der Maler kennt Kunden mit alten Fenstern.
Warum ist das Google-Unternehmensprofil der erste Schritt?
Wer „Dachdecker in der Nähe“ sucht, sieht oft zuerst die Karte mit den Betrieben der Umgebung.
Dort erscheint dein Google-Unternehmensprofil mit Telefonnummer, Bewertungen und Fotos. Das Profil kostet nichts.
Laut Google hängt die Reihenfolge in den lokalen Ergebnissen von drei Dingen ab: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Einen besseren Platz dort kann man nicht kaufen. Du kannst aber beeinflussen, wie gut dein Profil zur Suche passt. Dazu gehören die richtige Kategorie, alle Leistungen, Einzugsgebiet, Öffnungszeiten und echte Fotos von Baustellen.
Laut Bitkom Research 2025 haben 88 % der Handwerksbetriebe Einträge in Verzeichnissen wie Google oder Gelbe Seiten. Ein Eintrag allein hebt dich also nicht ab. Ein gepflegter Eintrag mit vielen aktuellen Bewertungen schon eher.
Was bringen Google-Bewertungen?
Laut Bitkom Research sehen 72 % der Handwerksbetriebe Online-Bewertungen als große Chance für neue Aufträge.
Google schreibt: Mehr Rezensionen und positive Bewertungen können das Ranking in den lokalen Ergebnissen verbessern.
Der einfachste Weg zu mehr Bewertungen: Frag nach jedem Auftrag und schick den Link direkt. Rabatte oder Geschenke für eine Bewertung verbieten Googles Richtlinien. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zu Google-Bewertungen.
Brauchst du eine neue Website?
Wahrscheinlich hast du schon eine: 94 % der Handwerksbetriebe haben laut Bitkom eine eigene Website.
Die Frage ist, ob sie Anfragen bringt. Viele Betriebsseiten zeigen Firmengeschichte und Leistungen. Einen klaren Weg zur Anfrage zeigen sie nicht.
Prüf deine Seite mit drei Fragen. Steht oben, was du machst und in welcher Region? Kann man die Telefonnummer auf dem Handy mit einem Tipp anrufen? Gibt es ein kurzes Formular, das nach Ort und Vorhaben fragt? Wenn nicht, bringt auch mehr Werbung wenig. Die Besucher gehen dann wieder.
Bei uns bekommst du exklusive Anfragen aus deiner Gegend. Pro Gewerk und Region arbeiten wir nur mit einem Betrieb. Jeder Betrieb bekommt eine eigene Anfrageseite mit nur einem Ziel: der passenden Anfrage. Ein Vorfilter fragt nach Region, Objekt und Vorhaben, bevor die Anfrage bei dir ankommt. Wie unser Angebot aussieht, steht auf der Seite Neukundengewinnung für Handwerksbetriebe.
Wann lohnen sich Google-Anzeigen?
Google-Anzeigen erscheinen, wenn jemand genau jetzt nach deiner Leistung in deiner Gegend sucht.
Du zahlst pro Klick. Die Menge steuerst du über das Budget. Laut Bitkom schalten bisher 37 % der Handwerksbetriebe Online-Anzeigen.
Was das kostet, zeigen unsere eigenen Zahlen vom 25.08. bis 24.09.2026. An Standorten mit Werbebudget kostete eine Anfrage im Median rund 80 €. Bei der Hälfte der Standorte waren es 55 bis 120 €. Bei Fenstern und Türen waren es im Schnitt gut 30 €, im Bautenschutz rund 85 €.
Anzeigen lohnen sich, wenn dein typischer Auftrag groß genug ist. Er muss die Kosten pro Auftrag tragen. Und jemand muss die Anrufe annehmen. Wer tagsüber nicht erreichbar ist und erst nach drei Tagen zurückruft, bezahlt Anfragen, aus denen nichts wird. Die ganze Rechnung steht im Ratgeber zu den Google-Ads-Kosten.
rund 700
Anfragen im letzten Monat, 25.08. bis 24.09.2026, von Ostfriesland bis Oberbayern
55 bis 120 €
Werbebudget pro Anfrage bei der Hälfte aller Standorte, auch die mit wenigen Anfragen
von rund 14 € bis rund 110 €
Werbebudget pro Anfrage an Standorte mit mindestens 10 Anfragen im Monat
Lohnen sich Portale wie MyHammer oder CHECK24?
Portale bringen schnell Kontakte, auch ohne eigene Website.
Dafür zahlst du je Kontakt oder eine Monatspauschale. Und dieselbe Anfrage geht oft an mehrere Betriebe. Aroundhome vermittelt jede Anfrage laut eigener Angabe an höchstens drei Fachpartner. TapTapHome nimmt laut AGB bis zu fünf Angebote an.
Bei MyHammer und CHECK24 Profis zahlst du für den bestätigten Kundenkontakt, nicht für den Auftrag. MyHammer schreibt ausdrücklich, dass es keine Garantie für den Auftrag übernehmen kann. Das ist kein Grund, Portale grundsätzlich zu meiden. Es ist ein Grund, genau zu rechnen. Wie das geht, steht im Portal-Vergleich.
Was bringen Fahrzeug, Bauschild und Kooperationen?
Zu Fahrzeugbeschriftung und Bauschildern gibt es keine belastbaren Zahlen für das Handwerk.
Unsere Einschätzung: Sie bringen selten direkt Anfragen. Aber sie machen deinen Namen in der Gegend bekannt. Wer dich dann bei Google sucht, sollte ein gutes Profil finden.
Kooperationen mit Architekten, Hausverwaltungen, Energieberatern oder anderen Gewerken bringen oft größere Aufträge. Sie kosten vor allem Zeit und Verlässlichkeit. Ein Anruf nach jedem gemeinsamen Projekt hält den Kontakt warm.
Lohnt sich Social Media für Handwerker?
Laut Bitkom sind 56 % der Handwerksbetriebe in sozialen Medien präsent oder werben dort.
Für die Anfrage selbst ist Social Media meist ein Umweg. Wer bei Instagram scrollt, sucht in dem Moment keinen Handwerker. Das ist unsere Einschätzung. Eine Studie für Handwerksbetriebe dazu kennen wir nicht.
Sinnvoll ist Social Media vor allem für zwei Dinge: Mitarbeiter finden und Vertrauen aufbauen. Vorher-nachher-Fotos einer Baustelle zeigen mehr als jeder Werbetext. Dieselben Bilder kannst du auch im Google-Profil nutzen.
Was ist KI-Sichtbarkeit, und brauchst du sie?
KI-Sichtbarkeit heißt: Taucht dein Betrieb auf, wenn jemand ChatGPT fragt oder die KI-Übersicht bei Google liest?
Immer mehr Menschen fragen ChatGPT, statt zehn Webseiten zu vergleichen. Oder sie lesen oben bei Google die KI-Übersicht. Ob dein Betrieb dort genannt wird, hängt davon ab, was über dich im Netz steht. Und davon, wie eindeutig es ist. Wie genau die KI-Dienste auswählen, legt niemand offen.
Was du tun kannst, ist fast dasselbe wie für Google. Halte Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich. Pflege dein Unternehmensprofil und sammle echte Bewertungen. Sag auf deiner Website in klaren Sätzen, was du wo machst. Das ist unsere Einschätzung. Messen lässt sich der Effekt bisher kaum. Zusagen, dass eine KI dich nennt, kann niemand. Was bei uns in der Einrichtung dazugehört, steht auf unserer Seite zur KI-Sichtbarkeit.
Google Ads oder SEO: Was bringt schneller Aufträge?
Suchmaschinenoptimierung (SEO)
- kein Klickpreis, Besucher kosten nichts extra
- braucht nach unserer Erfahrung Monate, bis Anfragen kommen
- Platz 1 kann laut Google niemand garantieren
- wirkt weiter, wenn du eine Pause machst
- Grundlage: Google-Unternehmensprofil und eine gute Website
Google-Anzeigen
- erscheinen, sobald die Kampagne läuft und freigegeben ist
- jeder Klick kostet Geld
- die Menge steuerst du über das Budget
- hört auf, sobald du das Budget stoppst
- bei uns im Median rund 80 € Werbebudget pro Anfrage
Also Google Ads oder SEO?
Beides hat seinen Platz. Die Frage ist eher die Reihenfolge. Wer jetzt Anfragen braucht, kommt an Anzeigen oder Portalen kaum vorbei. Suchmaschinenoptimierung braucht Zeit. Hast du Zeit und arbeitest vor allem in der eigenen Stadt? Dann holst du mit Profil, Bewertungen und einer guten Website viel heraus. Klickpreise fallen dann nicht an.
Vorsicht bei Versprechen: Google schreibt selbst, dass niemand eine Platzierung an erster Stelle garantieren kann. Das gilt für jede Agentur, die dir „Platz 1“ verkauft.
Aus unserer Sicht ist für die meisten Betriebe eine Mischung richtig. Anzeigen bringen die Anfragen, die du jetzt brauchst. Parallel pflegst du Profil, Bewertungen und Website. So musst du langfristig weniger zukaufen.
Häufige Fragen
Wie gewinne ich als Handwerker schnell neue Kunden?
Am schnellsten wirken Google-Anzeigen und Portale. Du kannst sie sofort starten. Beide kosten pro Klick oder Kontakt. Bitte außerdem nach jedem Auftrag um eine Google-Bewertung. Das kostet nichts.
Welche Werbung ist für Handwerker am besten?
Die, bei der die Kosten pro Auftrag zu deinem Auftragswert passen. Kostenlos und für fast alle sinnvoll sind Google-Unternehmensprofil und Bewertungen. Bezahlte Werbung wie Google-Anzeigen lohnt sich eher bei größeren Aufträgen. Zum Beispiel bei Fenstern, Dach oder Sanierung.
Wo finde ich als Handwerker Aufträge?
Private Aufträge kommen über Empfehlungen, dein Google-Profil, deine Website, Anzeigen und Portale. Portale sind etwa MyHammer, CHECK24 Profis oder Blauarbeit. Öffentliche Aufträge laufen über Ausschreibungen der Vergabestellen. Das ist ein eigenes Thema mit eigenen Regeln.
Gibt es kostenlose Aufträge für Handwerker?
Registrieren kannst du dich bei den meisten Portalen kostenlos. Die Kontakte kosten aber meist Geld. Bei MyHammer und CHECK24 Profis zahlst du je Kontakt, bei Blauarbeit über eine Mitgliedschaft ab 99 € im Monat. Wirklich kostenlos sind Empfehlungen, das Google-Unternehmensprofil und Bewertungen.
Was kostet Online-Marketing für Handwerker?
Profil und Bewertungen kosten nur Zeit. Für Google-Anzeigen empfehlen wir ab etwa 30 € Werbebudget am Tag. Dazu kommt die Betreuung. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber zu den Google-Ads-Kosten.
Google Ads oder SEO: Was ist besser für Handwerker?
Kurzfristig bringen Anzeigen schneller Anfragen. Suchmaschinenoptimierung braucht Monate. Langfristig senken ein gutes Profil und eine gute Website deine Kosten. Aus unserer Sicht ist für die meisten Betriebe eine Mischung richtig.
Brauche ich als Handwerker Social Media?
Für Anfragen nicht zwingend. Für die Suche nach Mitarbeitern kann es sich lohnen. Ebenso als Schaufenster für Baustellenfotos. Wenn die Zeit knapp ist, pflege zuerst dein Google-Profil.
Wie schnell sollte ich auf eine Anfrage reagieren?
So schnell wie möglich, am besten am selben Tag. Bei Portalen bekommt derselbe Kunde oft mehrere Rückrufe. Aroundhome selbst rät zu schneller Reaktion. TapTapHome verlangt in den AGB einen telefonischen Kontakt spätestens einen Werktag nach Übermittlung. Eine Studie zur idealen Reaktionszeit im Handwerk kennen wir nicht.
Quellen
- Bitkom Research 2025: Digitalisierung des Handwerks, Studienbericht, n=504 (abgerufen 25.09.2026)
- Act Marketing: Statistiken zum Handwerkermarketing, Standortbericht 25.08. bis 24.09.2026
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Ranking in lokalen Suchergebnissen verbessern (abgerufen 26.09.2026)
- Google Maps: Verbotene und eingeschränkt zulässige Inhalte, Abschnitt gefälschte Interaktionen (abgerufen 26.09.2026)
- Google Search Central: Benötigst du einen Suchmaschinenoptimierer (SEO)? (abgerufen 26.09.2026)
- Aroundhome: Partner werden (abgerufen 26.09.2026)
- TapTapHome (DAA): AGB Unternehmen, Stand 01.10.2021 (abgerufen 26.09.2026)
- MyHammer-Hilfe: Ich wurde nicht für den Auftrag ausgewählt. Warum bezahle ich? (abgerufen 26.09.2026)
- CHECK24 für Handwerker (abgerufen 26.09.2026)
- Blauarbeit: Mitgliedschaften (abgerufen 26.09.2026)
